Schafe

Walliser Schwarznasenschaf

Kennzeichen: Großrahmig, grobwollig. Wolle einheitlich weiß. Nase bis Kopfmitte und Ohren tiefschwarz. Augen schwarz umrandet. Beine vom Fesselgelenk abwärts schwarz gestiefelt. Schwarze Flecken an den Sprunggelenkhöckern sowie an den Vorderknien. Schwanz lang und bewollt. Stark ramsnasig. Behornt. Hörner schraubenzieherartig-spiralig und seitlich vom Kopf abstehend.
                              Bock                    Mutter
Widerristhöhe        75- 82                   70-76
Gewicht                80-100                   65-85

Verbreitung: Lokalrasse des Oberwallis/Schweiz. Nur gelegentlich in anderen Kantonen. Einzeltiere in der Bundesrepublik.

Leistung: Spätreife Landrasse, die den harten Bedingungen des Gebirges gut angepaßt ist. Sie kann auch noch die steilsten und steinigsten Weiden ausnützen und ist sehr standorttreu; es erübrigt sich also eine ständige Überwachung. Fleisch. Jährliche Wollmenge 3,0-4,0 kg (Muttern) bzw. 3,5-4,5 kg (Böcke). Stapeltiefe in 180 Tagen 7 - 8 cm. Ablammergebnis 140 %.

Zuchtgeschichte: Geht im wesentlichen auf das Visper-(taler-)schaf zurück, das ein ähnliches Aussehen hatte und auch gehörnt war. Der Ausdruck „schwarznasige Rasse" erscheint erstmal 1884. Die Rasse besteht aber schon seit mindestens dem 15. Jahrhundert. Um 1877 wurden Cotswold-Böcke aus England und Deutschland in die Westschweiz eingeführt, die offenbar auch in die Vorläufer des Schwarznasenschafes eingekreuzt wurden. Früher möglicherweise gelegentlich auch Einkreuzung von Bergamaskerschafen. Als 1938 die Rassenbereinigung in der Schweiz durchgeführt wurde, wurde für diese Rasse noch kein Rassenstandard erstellt und kein Zuchtziel beschrieben; dies geschah erst 1962. Zwei Jahre später wurde das Schwarznasenschaf in den Schweizerischen Schafzuchtverband

Quelle: Atlas der Nutztierrassen von Hans Hinrich Sambraus

Weisses Alpenschaf

Kennzeichen: Breiter, mittellanger Körper. Bewollte und behaarte Körperteile rein weiß. Gelegentlich kommen kleine, dunkle Tupfen auf Nasenspiegel und Ohren vor. Breiter, mittellanger Kopf mit breitem Maul. Gerader Nasenrücken. Ohren mittellang und waagerecht getragen. Keule mit breit angesetzter, vollentwickelter tiefgewachsener Muskulatur. Hornlos.
                                Bock                  Mutter
Widerristhöhe         74- 78                 67-73
Gewicht                 80-100                60-80

Verbreitung: Häufigste Schafrasse der Schweiz. Hauptsächlich in der Ostschweiz, Tessin, Innerschweiz und Unterwallis.

Leistung: Widerstandsfähig gegen Krankheit und Witterungseinflüsse. Bergtüchtig. Mäßige Ansprüche an Futter und Haltungsbedingungen. Fleisch. Jährliche Wollmenge 3,54,5 kg (Muttern). Gute Muttereigenschaften bei reichlicher Milcherzeugung. In der Regel drei Lammungen in zwei Jahren. Mittelfrühreif.

Zuchtgeschichte: Die Ostschweiz, die Innerschweiz und der Tessin importierten ab 1929 vor allem Württemberger Böcke, die Westschweiz und der Kanton Bern ab 1936 Ile de France-Tiere. 1938 kam es zu einer Rassenbereinigung. Dennoch waren weiterhin die Bezeichnungen „Weißes Alpenschaf" (Westschweiz) und „Weißes Edelschaf" bzw. „Weißes Schaf" (übrige Schweiz) üblich. Erst seit 1978 besteht die heutige einheitliche Bezeichnung „Weißes Alpenschaf" für alle reinweißen Schafe der Schweiz.

Quelle: Atlas der Nutztierrassen von Hans Hinrich Sambraus

Milchschaf

Kennzeichen: Großrahmig. Langwolliges Schaf von weißer Farbe. Schwarze Tiere kommen seit langem immer wieder vor. Der längliche, leicht ramsnasige Kopf ist frei von Wolle und nur mit feinen Stichelhaaren besetzt. Lange, nach vorn gerichtete Ohren. Schwanz lang, dünn und unbewollt. Hornlos.
                            Bock           Mutter
Widerristhöhe      80-90          70- 80
Gewicht             110-130       80-100

Verbreitung: Kommt in der ganzen Bundesrepublik, DDR, Österreich und der Schweiz sowie vielen anderen Ländern vor. Schwerpunkte der Zucht liegen in Nordrhein-Westfalen und im Weser-Ems-Gebiet.

Leistung: Im Gegensatz zu den anderen Schafrassen ist das Milchschaf kein Herdentier. Besonders geeignet für die Koppelschafhaltung. Jährliche Wollmenge 4,5-5,0 kg (Muttern) bzw. 5,5-6,0 kg (Böcke). Durchschnittliche Jahresmilchleistung 600 kg mit 5,5 Fett, bei Spitzenleistungen über   1400 kg Milch und über 6% Fett. Ablammergebnis 230%. Erste Lammung mit 12 Monaten möglich. Frühreif, fruchtbar, frohwüchsig (die berühmten „3 F"). Saisonale Brunst.

Zuchtgeschichte: Wird bereits im 16. Jahrhundert wegen seiner hervorragenden Fruchtbarkeit erwähnt. Ursprünglich in Ostfriesland beheimatet. Später, insbesondere in Notzeiten, neben der Ziege als „Kuh des kleinen Mannes" geschätzt. Planmäßige Herdbuchzucht seit 1908. Export in viele Länder, die auf Schafmilch Wert legen.

Quelle: Atlas der Nutztierrassen von Hans Hinrich Sambraus

Heideschnucke

Kennzeichen: Leichte, feingliedrige Tiere. Silbergrau bis dunkelgrau mit schwarzem Brustlatz. Grobwollig. Unbewollte Körperteile (Kopf, Schwanz, Beine) schwarz. Umgebung des Maules häufig mit vielen weißen Haaren. Die Lämmer werden stets schwarz und gelockt geboren; ihre Wolle verfärbt sich im Verlaufe des ersten Lebensjahres. Ältere Böcke haben prachtvolle Schnecken, die denen des Mufflons kaum nachstehen. Die Muttern besitzen sichelförmige Hörner, deren Spitzen nach hinten und außen gerichtet sind.
                             Bock         Mutter
Widerristhöhe          67              60
Gewicht                60-70         45-50

Verbreitung: Ursprünglich nur auf den trockenen, nährstoffarmen Flächen der Lüneburger Heide. In den letzten Jahren zunehmend in den übrigen Teilen Schweiz.

Leistung: Erhält durch den Verbiss von Heidekraut und Nadelbaumanflug in der Lüneburger Heide den typischen Charakter dieser Landschaft. Anspruchslos, widerstandsfähig. Heideschnuckenbraten gilt wegen seines wildähnlichen Geschmacks und seiner Zartheit als Delikatesse. Felle. Erstzulassung im Alter von ca. 18 Monten.  Die Brunst ist saisonal.

Zuchtgeschichte: Wird seit Jahrhunderten ohne Einkreuzung von fremdem Blut gehalten. Allerdings wurde durch entsprechende Selektion der Zuchttiere das Durchschnittsgewicht seit 1921 um fast 50% angehoben. 1848, als die Population knapp 400000 Tiere umfaßte, ging der Bestand ständig zurück. Ab 1970 wieder deutlich Aufwärtsentwicklung in der Zucht und Verbreitung außerhalb des Usprungsgebietes.

Quelle: Atlas der Nutztierrassen von Hans Hinrich Sambraus

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